Aufruf zum umdenken
Unsere heutige Gesellschaft ist geprägt von Bequemlichkeit, Effizienz und einem unerschütterlichen Glauben an den Fortschritt. Technologie verspricht uns, jeden Wunsch auf Knopfdruck zu erfüllen, jede Unsicherheit zu beseitigen und den Komfort unendlich zu steigern. Doch inmitten dieser vermeintlichen Errungenschaften haben wir etwas Entscheidendes verloren: die Fähigkeit, uns in der Natur zu behaupten, ohne auf die Krücken moderner Werkzeuge zurückzugreifen.
Rudimentäre Fähigkeiten, die einst unser Überleben sicherten, haben wir leichtfertig aufgegeben. Doch gerade diese Fertigkeiten geben uns nicht nur Sicherheit, wenn der Fortschritt versagt – sie helfen uns, unsere Menschlichkeit zu bewahren und das Wesentliche im Leben zu achten. Sie basieren auf unseren ureigenen Stärken: der Intuition, der Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen, und der Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen. Ist es nicht an der Zeit, darüber nachzudenken, was wir auf diesem Weg aufgegeben haben?

Eine Reise durch Raum und Zeit
Über Jahrhunderte hinweg haben Packtiere Menschen über weite Strecken begleitet – von den Handelsrouten der Seidenstraße bis zu den unwegsamen Pfaden der Alpen. In dieser Zeit bedeutete Überleben weit mehr als technisches Wissen. Es beruhte auf Intuition, Instinkten und einer tiefen Verbindung zur Natur. Orientierung war kein Pfeil auf einem Bildschirm, sondern das Gefühl für die Sonne, der Geruch des Windes und das Verhalten der Tiere.
Wenn ich mit meinem Saumpferd Lucy durch die Natur ziehe, betrete ich eine Welt, die mir mehr bietet als schöne Landschaften und frische Luft. Es ist eine Welt, die mich lehrt, was es heißt, wirklich zu leben – jenseits der Grenzen unserer modernen Gesellschaft. Dieses Wandern ist keine Flucht, sondern eine Rückkehr zu einer uralten Weisheit, die in der westlichen Welt des 21. Jahrhunderts zu verblassen droht.
Norbert Wolff Baron