Geschichten - Wandern mit dem Pferd

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Herbstwanderung 2019 / 1. Etappe

Wandern mit dem Pferd
Veröffentlicht in Abenteuer "Wandern mit Pferd" · 15 Dezember 2019
Schwäbische Alb, wunderbare Heimat.
Der Schwäbische-Alb-Nordrand-Weg, auch Albsteig, ist ein  Fernwanderweg des Schwäbischen Albvereins entlang der Nordseite der  Schwäbischen Alb. Er führt in 25 Tagesetappen über insgesamt 365  Kilometer von Donauwörth nach Tuttlingen und folgt dabei dem Albtrauf.
Meine Tochter Ronja hat sich eine Wanderung mit dem Landsteicher und Lucy gewünscht.
Von Friedingen, bei Riedlingen an der Donau brechen wir auf und machen uns auf den Weg Richtung Tuttlingen. Von dort möchten wir auf dem Albsteig, bis nach Tübingen wandern. Sechs Tage haben wir dafür Zeit.
Die Tagesetappen sind nicht festgelegt und wir übernachten im freien.  
Es ist bewölkt, das Wetter ist unbeständig und wir kommen sehr gut voran. Um 12 Uhr erreichen wir Jungnau und werden bei meinem Bruder zum Mittagessen eingeladen. Hunger und Durst sind keine guten Begleiter. Der Himmel wird dunkler als wir uns wieder auf den Weg begeben und die karge Landschaft der rauhen Alb zeigt sich in einem mystischen Licht. Wir wollen bis am Abend die Donau erreichen und haben noch eine gute Strecke vor uns. Der letzte Höhenzug vor dem Schmeiental ist geschafft. Es fängt an zu regnen und ein stürmischer Wind bläst uns ein nass kaltes Wetter um die Ohren.
Dem versuchen wir hier oben auf der knapp 800 Meter hoch gelegenen Fürstenhöhe schnellst möglich zu entkommen. Über das freie Feld geht es nun zügig hinab ins Tal nach Oberschmeien wo wir dieser Widrigkeit nicht so schutzlos ausgesetzt sind.
Und siehe da, was für ein Glück, die Wolken reisen auf und eine wärmende Sonne kommt hindurch. Aber das größte Glück ist, dass es in diesem kleinen Ort hier in Oberschmeien noch ein Gasthaus gibt und es ist geöffnet.
Als wollte das Glück mich heute besonders verwöhnen, stelle ich fest, dass hier  im Adler außer Bier, auch  schottischer Whisky ausgeschenkt wird und mein Lieblingswhisky, der Laphroaig ist auch dabei. Wahnsinn!
Der Nachmittag ist gerettet. Direkt neben dem Gasthaus steht die Kirche. Dort habe ich Lucy auf dem für den Pfarrer reservierten Parkplatz angebunden. Der Herr wird mir die Hinterlassenschaften von Lucy verzeihen. Wir haben nicht alle Whiskys probiert, aber doch einige Zeit hier im Adler bei Wein und Gerstensaft verbracht. Doch jetzt wird es Zeit, wenn wir unser Etappenziel heute zum Abend noch erreichen wollen. Es geht durchs Dorf und dann wieder raus aus dem wunderschönen Schmeiental.
Auf dem letzten Höhenzug der sich zwischen uns und der Donau noch befindet, erreichen wir die Harthöfe wo nun auch Lucy ihren Durst stillen kann.    
Diese Hochfläche ist sehr weitläufig, ruhig, und bietet gute Möglichkeiten hinter hohen Schleen Hecken einen geschützten Platz zu finden. Es gibt genug zu fressen für das Pferd und ich beschließe hier die Nacht zu verbringen. Morgen früh können wir dann den steilen Abstieg hinunter ins Donautal nach Thiergarten machen. Höchstens noch zwei Kilometer sind es bis dahin.
Wir sitzen noch lange am Lagerfeuer, Lucy fühlt sich wohl in ihrem Weidepferch doch dann fängt es an zu regnen und wir müssen das Zelt aufbauen. Erst gegen vier Uhr morgens lässt der Regen nach und der Tag erwacht freundlich im Licht der aufgehenden Sonne. Das Wetter könnte für den Abstieg nicht schöner sein.
Während hier oben unter blauem Himmel das Leben erwacht, liegt im Tal noch Nebel der langsam der Sonne weicht .
Gut gelaunt bei bestem Herbstwetter geht es nun hinab in das schöne Donautal.
    



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